Die fabelhaften Wechseljahre: Warum du das Buch Woman on Fire von Sheila de Liz ganz lesen solltest

Alle | 16. Oktober 2022

Endlich wird das Thema Wechseljahre in die Welt getragen.  Gottseidank werden wir Frauen immer besser aufgeklärt, worüber noch viel zu wenige sprechen. Manche Ärzte winken ab, es wäre ein Hype.

Ich hoffe, es wird ein Megahype, der nie mehr aufhört!

Das Buch von Sheila de Liz empfehle ich sehr gerne weiter und es war auch mein Einstieg. Ich sehe leider in diversen Gruppen immer die gleichen Fragen gestellt. Es geht immer nur um die Hormone, wie sie zu dosieren sind bei unterschiedlichen Symptomen. Dabei geht es bei den Wechseljahren um soviel mehr!

Sheila de Liz  klärt in ihrem Buch wunderbar auf  über  Bioidentische Hormone.  Sie nimmt die Angst. Es nimmt einen Großteil des Buches ein, weil Gottseidank endlich mal Aufklärungsarbeit geleistet wird und mit alten Mythen aufgeräumt.

Sie schreibt aber auch über:

  • Ernährung
  • Sport
  • Ruhe und Schlaf
  • Stille

Was außer den bioidentischen Hormonen noch wichtig ist


  1. Ernährung

    Ab 40 ist es für uns Frauen unumgänglich, unsere Ernährung unter die Lupe zu nehmen. Der Stoffwechsel verändert sich, du verbrauchst weniger, das lässt sich nicht leugnen. Du denkst erstmal, hä? Ich esse doch ganz normal wie früher, warum nehme ich jetzt plötzlich zu? 
    Es gibt viele unterschiedliche Ernährungsformen, das darfst du für dich selbst herausfinden, was funktioniert. 

    Frage dich nicht, wie du am besten und schnellsten abnehmen kannst. Sondern:  Wie kannst du dich gut kümmern? Was nährt dich gut?

    Für mich persönlich funktioniert unter der Woche Intervallfasten ganz gut. Am Wochenende pfeife ich drauf. 


    Ich habe den Proteinanteil in meiner Ernährung ganz bewusst im Blick. Warum?


    Die Muskulatur nimmt immer mehr ab (siehe unten Sport) und Protein ist einfach der Baustein für deine Muskulatur. 

    Und natürlich ist es wichtig, nicht nur in den Wechseljahren, ausreichend zu trinken und zwar Wasser.


    Wasser scheidet Giftstoffe aus, das ist ja allgemein bekannt. Außerdem ist es so, dass der Körper Hunger meldet, obwohl er Durst hat. Weil wir eher essen, als trinken. Frauen leider oft aus Angst, zu oft aufs Klo zu müssen. Das ist nochmal ein anderes Thema, die Blasenschwäche.

    Du nimmst zu? Die beste Diät hilft nichts, und von krassen Diäten halte ich sowieso nichts. Wahrscheinlich nimmst du nicht von den Hormonen zu, sondern weil du noch immer falsch isst.


    Vielleicht hast du Schuldgefühle beim Essen. Dein ganzes Leben war ein Kampf gegen den Körper und Dein Gewicht? Du darfst ihn jetzt als deinen Freund behandeln. Wie einen Tempel. Nicht wie einen Schrottplatz.

    Stress macht es uns schwer, abzunehmen.
  2.  Sport
    Gelegentlich Joggen und Yoga sind toll. Reichen leider nicht mehr aus über 40. Wir brauchen jetzt Krafttraining und zwar am besten mindestens 3mal die Woche. Und zwar in erster Linie um deine Knochen zu stärken und Osteoporose vorzubeugen. Und natürlich hilft sich auspowern auch um den Stress aus dem Körper zu treiben und Giftstoffe auszuscheiden, wenn du ordentlich schwitzt.

    Sport hilft dir, dein Gewicht zu halten. Muskulatur braucht mehr Kalorien als Fettgewebe und ein erhöhter Grundumsatz, also ein erhöhter Verbraucht an Kalorien erlaubt es dir, auch mehr zu essen.

    Muskeln  sind also wichtig für deinen Stoffwechsel. Weil sie mehr verbrauchen, hast du einen schnelleren Stoffwechsel.
  3.  Ruhe und Schlaf 

    Wer rastet, der rostet, ist so ein alter Glaubenssatz, der uns durchs Leben hetzen lässt, ständig mit dem schlechten Gefühl, dass es nicht okay ist, mal nichts zu tun. Vielleicht fühlst du dich faul, wenn du einfach mal auf dem Sofa sitzt und nichts tust?

    Das ist schade. Wir brauchen Ruhe und Pausen um wieder zu Kräften zu kommen. Wir brauchen beides, wie Yin und Yang. Power und Ruhe. Arbeit und Pausen. Sonst gerät dein Körper aus dem Lot.

    Schlaf wird einfach unterschätzt. Weil abends, wenn endlich alles ruhig ist im Haus, du ja noch etwas für dich tun willst. Endlich Zeit für mich und dann wird bis 23.00 oder später noch im Internet gesurft, recherchiert, Netflix geschaut oder im schlimmsten Fall gearbeitet?

    Schlaf ist extrem wichtig für unseren Hormonhaushalt als auch  für die Regeneration. Menschen die zu wenig schlafen neigen zu Übergewicht, sind Herzinfarkt gefährdet und natürlich generell gereizter.
    Auch wenn du es nicht gerne liest: Der beste Schlaf ist ab 22.00. Da fährt der Engelszug. Und im besten Fall auch durch.
    Steigst du später zu, kann sein, er hält an jeder Haltestelle.
    5 Stunden Schlaf sind definitiv zu wenig, 7 sollten es schon sein. Und zwar deutlich vor Mitternacht.
  4. Stille

    Stille ist etwas Wunderbares. Wobei es da auch manchmal laut werden kann, im Kopf. Du findest dort aber oft Antworten auf deine Fragen.  Stille ist wichtig, um wirklich innezuhalten. Du kannst meditieren, beten oder schreiben.

    Dankbarkeitsnotizen sind ein wunderbarer Weg. Denn wenn wir Dankbarkeit üben und zwar regelmäßig, sind wird weniger genervt. Und je mehr Dankbarkeit üben, desto gelassener können wir durchs Leben gehen.

    Dankbarkeit erhöht die Resilienz. Es gibt viele Formen, probiere das aus, was dir am besten gefällt. Vielleicht auch mit einer Metta-Medition.

Wechseljahre sind kein Quickfix

Ich bekomme immer wieder Nachrichten von Frauen, die das Buch noch schnell gekauft haben und wissen wollen, wie das jetzt heißt, was man da nimmt.

Ich merke dann einfach, dass das Bewusstsein oft fehlt, dass es um soviel mehr geht, als sich ein Gel und Kapseln verschreiben zu lassen.

Wechseljahre sind nicht nur Hitzewallungen. Es geht nicht darum, Symptome wegzuschmieren.

Es ist ein Shift im Körper, in der Seele. Im Gehirn. Eine Transformation, die Jahre dauert. Sonst würde es Wechseltage heissen.

Wechseljahre sind wie Pubertät, nur rückwärts.

Erinnerst du dich noch an deine Pubertät oder die deiner Kinder? Eltern sind Scheisse, Lehrer scheiße, alles scheiße. Jetzt, in den Wechseljahren, kommt das wieder. 

Du stellst dir Fragen

  • Will ich diesen Job noch die nächsten 15 Jahre machen?
  • Will ich mit dem Mann noch 20 Jahre zusammenbleiben?

Was ist mit dem Freundeskreis? Passt der noch? Oder ist auch hier mal Zeit, genau hinzuschauen, ob du dich noch wirklich wohl fühlst in deinem Umfeld. Manchmal darf einfach etwas gehen. Und neues dazukommen. Manche Freundschaften kosten vielleicht mehr Energie, fühlen sich nicht mehr gut an. Es ist okay.

Du wirst trotz des segensreichen Östrogengels weiter mit deinem Mann streiten, im Büro genervt ausflippen oder Wutanfälle bekommen, wenn die Kinder nicht machen, was du jahrelang an sie hineinpredigst.

Du wirst Heulanfälle bekommen und dich verzweifelt und erschöpft fühlen, wenn der restliche Lifestyle nicht passt. 

Es geht in den Wechseljahren um so viel mehr als nur Hormone auf den Arm zu schmieren oder zu sprühen.

Bioidentische Hormone - wie nehme ich sie ein?

Laut Packungsbeilage

Ich lese in diversen Gruppen, wie Blutwerte bis ins Mü analysiert werden. Das ist natürlich toll und viele Tipps sind auch wirklich hilfreich, da leider nicht alle Gynäkologinnen offen sind für das Thema bioidentische Hormone.

Es gibt teilweise  Empfehlungen, die Progesteron-Kapseln aufzustechen und oral zu nehmen oder vaginal zu verschmieren.

Ich habe mal gelernt, dass Medikamente in ihrer jahrzehntelangen Entwicklung, bis sie auf den Markt kommen, getestet werden auf ihre Wirksamkeit. Und diese wird höchst kompliziert berechnet. Und zwar wird die Magen-Leber Passage mit einkalkuliert. Deshalb kommt eine Hülle um die Kapsel. Also ist der Wirkstoff genau so berechnet, dass er nach er oralen Einnahme nach der Passage durch Magen und Leber eben genau die gewünschte Dosierung abgibt.

Wenn ich die Kapsel aufsteche und mir den Inhalt einfach draufschmiere, habe ich eine völlig unkontrollierte Wirkung. So meine Empfindung.

Just saying….

Was mir wichtig ist:

Wenn du weitermachst wie immer, werden die Probleme sich nicht in Luft auflösen. Es geht darum, hinzuschauen.

  • Was ist es, das mich so wütend macht?
  •  Warum fühle ich mich nicht gesehen?
  •  Warum bekomme ich Panikattacken und wie fühlen sie sich an?
  •  Warum habe ich keine Lust mehr auf Sex mit dem Mann neben mir?

Es geht darum, den Teppich hochzurollen und drunter zu schauen. Oder anderes Bild: Den Rucksack, den du seit Jahren mit dir herumträgt, aufzumachen und reinzuschauen. Ja, da ist bestimmt eine vergessene, stinkende Socke drin. Du kannst Duftspray in den Rucksack sprühen oder die alte Socke endlich rausholen und entsorgen.

Und diese Fragen kannst du wie oben beschrieben oft schon selbst beantworten, wenn du dir Zeit für dich und die Stille nimmst. 

Beschäftige dich mit dem Thema Wechseljahre. Informiere dich. Es ist so komplex. Das Buch ist so ein toller Einstieg. Bereite dich vor, wenn du zur Gynäkologin gehst, damit du weißt, um was es geht.

Auch ich nehme bioidentische Hormone.

Mir geht es wunderbar damit. Und ich habe Tage, da geht es mir super, und an anderen geht es mir auch mal scheiße. Ja. Ich bin auch nur eine Frau, mittendrin in den Wechseljahren.

Ich habe herausgefunden, wann ich besser mit dem Östrogen runter gehe und wann ich es erhöhe. Ich merke inzwischen immer schneller,  wann ich mir wieder zu viel zugemutet habe. In meine alten Muster verfallen bin  und mich selber gestresst habe. Da hilft dann das Gel eher weniger.

Sondern ein liebevoller Umgang mit mir selbst.

Die Antwort liegt in uns, wir wollen es nur oft nicht wahrhaben. Aus Angst. Angst, etwas zu verändern.

Es ist völlig okay, dass es dir auch mal scheiße geht. Die Wechseljahre sind eine Transformation, ähnlich wie die Pubertät.

Sammelst du Rezepte? Schneidest alles aus, kaufst Kochbücher und am Ende kochst du doch immer irgendwie das gleiche?

So ist es mit den Wechseljahren. Es geht um die Umsetzung. Täglich neue Rezepte auszuprobieren. Und alleine klappt es meistens nicht so gut, weil wir viel zu gerne in unseren ausgetretenen Pfaden bleiben. In der Komfortzone.

Eines ist aber sicher: In der Komfortzone gibt es keinen Wachstum.

Bleib fabelhaft!

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