Warum ich kein Hormonyoga anbiete

Wechseljahre, Yoga | 7. April 2021

Sonja, Du musst aber Hormonyoga anbieten, war der gutgemeinte Rat einer Kollegin, als ich von meinem Workshop erzählte.

Da gehört doch also Hormonyoga un-be-dingt dazu. Und Beckenbodenübungen (von denen halte ich übrigens auch nur bedingt etwas. Die meisten Beckenböden sind zu verkrampft, deshalb der ständige Harndrang und der ungewollte Urinabgang bei Niesen)

Hormonyoga

Ich habe mir das Buch der Vorreiterin und Ikone auf diesem Gebiet angeschaut und überflogen. Und ich habe mir meine Meinung gebildet. Meine sehr persönliche Meinung: (und auch die einiger Kolleginnen, wenn ich mir hier die Resonanz auf meinen Post auf Facebook anschaue

  • Es hat mich nichts davon gefangen, mir keine neuen Erkenntnisse gebracht
  • Die Übungen sind langwierig, komplex und umfangreich. Ich selbst könnte mir diese Abfolgen niemals merken 😊
  • Es ist wissenschaftlich nicht mit ausreichend Studien hinterlegt

Warum hat mich nichts davon gefangen?

Nun, ich selbst bin Yogalehrerin seit ca 8 Jahren mit einer wie ich behaupte, sehr guten und fundierten Ausbildung. Nicht nur anatomisch traue ich mir einiges zu, sondern auch im Bereich Atmung, sowie die Wirkung der Übungen auf das gesamte Nervensystem. Ich kann Yogastunden konzipieren die beruhigen, die aufputschen, die Verdauung anregen, Stunden, die einfach Spaß machen. Das Feld ist riesig.

Die Übungsfolge im Hormonyoga ist sehr umfangreich und Komplex. Die meisten, ich behaupte mal 99% meiner Teilnehmerinnen tun zu wenig für sich, nehmen sich kaum Zeit für sich und sind sowieso schon komplett gestresst mit ihrem Alltag.

Und denen soll ich neben all den anderen Dingen die sie mal langsam in ihren Tagesabläufen ändern dürfen, noch eine dermaßen komplexe Übungsserie empfehlen, die täglich, ich wiederhole, täglich!! zu üben ist.

Ich selber schaffe es gerade mal täglich meine 15 Minuten Kurzworkout wirklich regelmäßig zu üben.

Die Übungen und deren Wirksamkeit sind nicht mit ausreichenden Studien hinterlegt, soweit mir bekannt. Was ich aber sagen kann und weiß:

Yoga kann bei Wechseljahresbeschwerden helfen

Und zwar jede einigermaßen klug aufgebaute Yogastunde, bei der alle Richtungen der Wirbelsäule bewegt werden, die aus Vor- Rückbeugen, Drehpositionen, Umkehrhaltungen etc besteht. Bei der vernünftig geatmet wird. Das sind die Basics einer jeden Yogastunde. Also zumindest meiner.

Und dabei wird ganz automatisch nicht nur die Wirbelsäule durchbewegt, also mal rein anatomisch auf der Körperebene, sondern natürlich auch die Organe, die Hormon-Drüsen und wenn Du möchtest und damit in Resonanz gehst, auch die Chakren.

Auch mit den Atemübungen im klassischen Pranayama wie ich es gelernt habe, kann ich auf den Organismus regulierend einwirken. Hier gilt allerdings auch: weniger ist mehr wie ich jetzt kürzlich wieder dazulernen durfte.

Ebenso ist Yoga, wenn in der richtigen Form praktiziert, durchaus förderlich für guten Schlaf, wenn Du abends entsprechende Posen übst und danach nicht nochmal 2 Stunden durchs Internet surfst oder Dir die aktuellen Nachrichten bis Mitternacht reinziehst und nochmal im Haushalt auf Vollgas gehst. Übungen für einen guten Schlaf findest du in meinen Schlaftipps, die Dir gerne hier herunterladen kannst.

Hormonelle Balance erreichen

Stressreduktion ist einer der wichtigsten Bausteine. Stress haut Dir Deine Hormone durcheinander und dann ist nächtliches Herumwälzen eine logische Konsequenz.

Ernährung hat eine Auswirkung auf Deine Hormonbalance.

Die richtigen Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine um genau zu sein helfen dabei, das Immunsystem zu stärken und die das hormonelle Gleichgewicht zu stärken.

Sport ist ganz wichtig und hier reicht Yoga und Hormonyoga lange nicht aus um Osteoporose vorzubeugen und die schwindenden Muskeln zu erhalten, die unseren Knochenapparat stützen.

Last but noch least ist aus meiner persönlichen Sicht eine gut eingestellte Hormonersatztherapie mit bioidentischen Hormonen eine super Unterstützung beim Weg durch die Wechseljahre die so dermaßen bereichernd, beglückend und transformierend sein können, wenn Du ein paar Dinge weißt und berücksichtigst.

Also, Yoga ja. Auf jeden Fall und am besten nicht nur einmal die Woche und auch das richtige Yoga für Dich.

Aus meiner Sicht, muss es kein spezielles Hormonyoga sein. Wer viel Zeit hat, darf es gerne praktizieren, schaden tut es sicher nicht.

Eine gute Yogastunde ist Hormonyoga, Rückenyoga, Core-Yoga, Achtsamkeitsübung und Stressabbau

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