Was es mit dir macht und wie du dich wieder stabilisieren kannst
Mobbing ist kein Modewort.
Es ist eine reale Erfahrung – oft leise, oft subtil, aber mit starker Wirkung.
Wer schon einmal ins Visier von Mobbing geraten ist, weiß: Es trifft nicht nur den Kopf. Es geht tiefer. Es erschüttert dein Sicherheitsgefühl. Deine Zugehörigkeit. Deinen Selbstwert.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wie hässlich und ohnmächtig sich das im ersten Moment anfühlt, wenn plötzlich jemand von außen seine Macht ausspielt – ganz gleich ob durch Worte, Schweigen oder Gesten.
Wenn dein Körper auf Daueralarm geht, obwohl du einfach nur zur Arbeit gehst oder in einem Meeting sitzt, dann ist da mehr.
Dann geht es um Mobbing.
Und um die Frage: Was kannst du tun, um wieder in deine Kraft zu kommen – auch wenn du die Situation nicht sofort ändern kannst?
In diesem Artikel erfährst du: Was Mobbing eigentlich ist
Warum es dein Nervensystem so stark betrifft
Und was du tun kannst, um dich zu stabilisieren – mit einer einfachen Übung aus dem körperorientierten Coaching
Was ist Mobbing überhaupt?
Mobbing ist kein einzelner fieser Kommentar.
Es ist kein schlechter Tag, kein Missverständnis. Nein, du hast gerade nicht wieder einen blöden Fehler gemacht.
Mobbing ist, wenn etwas immer wieder passiert. Wenn du regelmäßig klein gemacht wirst.
Wenn du spürst: Da ist jemand, der hat es auf dich abgesehen. Und niemand greift ein.
Vielleicht kennst du das:
Du wirst übergangen.
Deine Leistung wird angezweifelt – obwohl du gut bist.
Du wirst ausgelacht, ignoriert, ausgegrenzt.
Und irgendwann fängst du an, an dir selbst zu zweifeln.
Mobbing kann still sein. Subtil. Fast unsichtbar für andere. Aber in dir drin passiert etwas – jeden Tag ein bisschen mehr.
Und irgendwann sitzt du da und fragst dich:
„Bilde ich mir das alles ein?“
Nein, tust du nicht.

Warum Mobbing dich nicht nur im Kopf trifft
oder: Warum "nimm es dir nicht so zu Herzen" leider nicht hilft.
Viele versuchen, sich einzureden, dass sie sich das nicht zu Herzen nehmen sollten. Oder sie geben sich selbst die Schuld: „Ich bin vielleicht einfach zu sensibel.“
Aber hier ist die Wahrheit:
Dein Körper merkt längst, dass da etwas nicht stimmt. Bevor du es überhaupt in Worte fassen kannst.
Herzklopfen. Flache Atmung. Zähne zusammenbeißen. Ein ständiger Knoten im Bauch.
Nächte, in denen du im Kopf jede Szene wieder und wieder durchgehst.
Das ist keine Einbildung. Das ist dein Nervensystem im Überlebensmodus.
Und genau da darfst du ansetzen – nicht mit klugen Ratschlägen, sondern mit echter Regulation.
Mobbing ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein Systemproblem
was ich in meiner Coachingarbeit sehe
In meiner Arbeit erlebe ich oft: Mobbing trifft Menschen besonders hart, die schon früh gelernt haben, stillzuhalten, sich anzupassen oder durchzuhalten.
Nicht, weil sie schwach sind – sondern weil ihr Nervensystem genau darauf geprägt wurde:
Funktionieren statt konfrontieren.
Anpassen statt aussprechen.
Aushalten statt abhauen.
Aber es gibt auch die andere Seite. Menschen, die stabil sind.
Die klar kommunizieren. Die wissen, wer sie sind – und keine Spielchen mitspielen.
Auch sie erleben Mobbing.
Und zwar oft dann, wenn ihre Klarheit als Bedrohung empfunden wird. Wenn jemand merkt: „Die kann ich nicht kontrollieren.“ Genau das ist mir selbst passiert. Weil ich klar war, Haltung bewahrt habe. Mir meiner Stärke bewusst war.
Dann wird Macht ausgespielt. Wird eskaliert. Nicht, weil du eine Angriffsfläche bietest –
sondern weil du keine bietest. Weil du dich nicht kleinmachst.
Weil du nicht mitspielst.
Auch das ist wichtig zu verstehen. Mobbing hat oft mehr mit dem anderen zu tun als mit dir.
Aber dein Körper trägt die Auswirkungen – und verdient es, wieder in Sicherheit zu kommen.
Was du tun kannst, wenn du dich ohnmächtig fühlst
Es gibt viele Tipps da draußen: „Setz Grenzen!“, „Such das Gespräch!“, „Lass dir das nicht gefallen!“
Aber wenn dein System auf Alarm steht, helfen diese Tipps nicht.
Weil im Stressmodus. Im Trigger-Alarm funktioniert der Kopf nicht. Er versucht es zwar, nur er dreht sich im Kreis. Was dafür funktioniert, ist der Körper. Er reagiert auf Stress. Und - ganz wichtig - er führt dich wieder heraus.
Was du brauchst: eine Methode, die den Körper einbezieht.
Die dich zurück in Kontakt bringt. Mit dir. Mit deiner Mitte. Und genau dafür habe ich eine einfache Übung aus dem körperorientierten Coaching für dich.
Die 3-Ecken-Übung: Zurück in deine Mitte
Das Nervensystem über den Körper regulieren
Du brauchst:
– drei Gegenstände (z. B. Flasche, Kissen, Buch)
– etwas Platz auf dem Boden
– ein paar Minuten ungestörte Zeit
So geht’s:
1. Die Ohnmachts-Ecke
Stell dich in eine Ecke des Dreiecks.
Denk an eine konkrete Situation, in der du dich klein, machtlos oder ungerecht behandelt gefühlt hast.
Bleib einen Moment stehen.
Spür in deinen Körper:
Wie ist deine Haltung? Die Atmung? Was machen deine Schultern, dein Bauch, deine Beine?
2. Die Täter-Ecke
Wechsle in die nächste Ecke.
Stell dir alle deine Rachegedanken vor. Was du am liebsten tun würdest. (Das gilt für Partner, Kollegen, Führungskräfte, Schwiegermütter... )
Spüre, wie sich diese Energie in deinem Körper anfühlt. Lass dir Zeit und nimm alles wahr.
Wie stehst du jetzt? Was verändert sich in deiner Spannung? Wir der Brustkorb enger oder weiter?
Was macht der Bauch?
3. Die Mitte
Dann geh in die Mitte deines Dreiecks.
Und spür: Was verändert sich jetzt?
Wie ist deine Atmung? Deine Haltung?
Wie fühlt es sich an, nicht im Extrem zu stehen – sondern genau dazwischen?
Diese Übung ist simpel – aber wirkungsvoll.
Weil sie dich zurückbringt in deine Mitte.
Weil du über den Körper lernst, wieder Boden unter den Füßen zu spüren.
Und weil du damit beginnst, dich nicht länger ausgeliefert zu fühlen.
Wir sind immer dann triggerbar, wenn wir nicht in unserer Mitte sind.
Hier findest du das Video zur Übung – speichere es dir gern für später
Du bist nicht allein – und du musst da nicht allein durch
Wenn du selbst betroffen bist – oder jemanden kennst, der sich in solchen Situationen wiederfindet – dann darfst du wissen:
Du bist nicht empfindlich.
Du bist nicht überfordert.
Du reagierst ganz normal auf eine ungesunde Situation.
Und du musst sie nicht mehr still aushalten.
Wenn du magst, sprich mit mir. Ich arbeite traumasensibel, körperorientiert und ganz ohne Druck.
Nur du, in deinem Tempo – aber nicht mehr allein.
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